20.04.2011


Flughafen BBI in Schönefeld – Segen oder Fluch für unsere Region.

Gastkommentar von Christian Schild (CDU)

Wenn man etwas über den Flughafen BBI in Schönefeld hört, dann gibt es meistens zwei Extreme. Die eine sagen, der Flughafen ist eine Jobmaschine die 40.000 neue Arbeitsplätze schafft. Die anderen sagen, der Flughafen produziert Lärm und Abgase in erheblichen Mengen und Menschen können im Bereich der Flugrouten kaum noch ohne Beeinträchtigung der Gesundheit leben. Das einzige was bei den meisten Menschen unstrittig ist, die Region Berlin/Brandenburg braucht einen leistungsstarken Flughafen.

Aber was stimmt den nun?

40.000 Arbeitsplätze? Richtig ist, dass der Flughafen erst einmal Synergien durch die Zusammenlegung von drei Standorten zu einem Standort entwickelt. Stolz ist man weiterhin, dass die Infrastruktur auf den neuesten Stand der Technik vollautomatisch funktioniert soll. Wo sollen die 40.000 neuen Arbeitsplätze herkommen, wenn erst einmal Arbeitsplätze abgebaut werden? Richtig ist weiterhin, dass der Flughafen in Brandenburg liegt und sich dort auch die meisten Firmen ansiedeln. Das bedeutet, dass die Firmen dort auch ihre Steuern zahlen.

Und was ist mit dem Lärm?
Der Flughafen BBI ist durch seine Lage ein Stadtflughafen. Rings um den Flughafen existiert eine dichte Wohnbebauung. Der gesamte Süden von Berlin wird durch die Flugrouten betroffen sein, am meisten hiervon die Orte in Treptow-Köpenick, Bohnsdorf, Grünau , Müggelheim, Rahnsdorf, Friedrichshagen und Schmöckwitz. Diese Orte liegen alle in den derzeit geplanten An- und Abflugzonen. Die Lärmentwicklung wird hier beträchtlich sein. Nach den neuesten Erkenntnissen in der Fluglärmkommission am 28. März wird die zukünftige Nordbahn die Haupt-Start- und Landebahn sein.

Kann es sein, dass der Flughafen am falschen Standort entsteht?
Richtig ist, dass sich dieser Flughafen durch seine bereits jetzt gegebenen Beschränkungen nicht als Drehkreuz im internationalen Flugverkehr eignet. Ein uneingeschränkter Flugbetrieb, wie er an anderen Standorten möglich wäre, ist in Schönefeld nicht durchführbar. Die Erweiterung des Nachtflugverbotes wird gerade von vielen Menschen eingeklagt und es ist absehbar, dass der Flughafen ständig weiteren Restriktionen unterworfen sein wird. Diese finden ihren Ausgangspunkt in der anerkannten Tatsache, dass Lärm krank macht. Ob es nun Straßen- oder Fluglärm ist.

Wofür steht die CDU-Fraktion in Treptow-Köpenick?

Wir stehen für einen konsequenten Schutz der Anwohner und Betroffenen. Dazu gehört die Einführung eines Nachtflugverbotes mindestens in der Zeit  von 22 bis 06Uhr als Selbstverpflichtung durch die Eigentümer. Und die Eigentümer des Flughafens sind der Senat, das Land Brandenburg und der Bund. Weiterhin sind die Flugrouten so zu legen, dass so wenig Menschen wie möglich betroffen sind. Die wesentliche Aussage ist, dass der Schutz der Umwelt vor wirtschaftlichen Interessen stehen muß. Die Ausgaben für den passiven Schallschutz dürfen nicht begrenzt werden. Dies alles haben wir durch Anträge in die BVV eingebracht, die auch nach langen Diskussionen mit der SPD und unter Mithilfe der LINKEN einstimmig beschlossen wurden.

Wussten Sie, dass private Betreiberfirmen (zB. Hochtief) den Standort Schönefeld aus wirtschaftlichen Gründen für so ungeeignet hielten, dass sie diesen nur unter der Maßgabe einer vertraglich zugesicherten Mindestrendite bauen und betreiben wollten. Der Senat meinte, dass sie es als Staat besser können. Können Sie sich noch an Herrn Strieder, den ehemaligen Senator (SPD) erinnern?


Von: -ego-

Familie Wegner  19-09-11 22:58:
Dreckschleuder BBI/BER – keiner will den Flughafen – nur die Politik.
Wir wohnen in Mahlow und die Flugzeuge fliegen uns 250 m millimetergenau über den Kopf. Da regt sich Teltow, Potsdam und wie sie heissen auf? Ich würde gern tauschen. Am schlimmsten ist Mahlow dran.

Herr Prof. Dr. Schwarz, Herr Wowereit, Herr Platzeck – sie haben alle NICHT geantwortet auf unsere Briefe! Wohnen sie doch hier in der Einflugschneise über die sie entschieden haben, sie finden es hier ja offensichtlich toll. Sie schlafen nachts ruhig im Bettchen, ohne Fluglärm.
Ich biete ihnen mein Grundstück an, es liegt direkt in der Einflugschneise, 250 m über dem Kopf fliegen dann die Flugzeuge, die sie beschlossen haben. Möchten sie hier leben? Nein? Mich haben sie dazu verurteilt. Ich und mein Sohn haben bereits Asthma bekommen durch das herunterrieselnde, unverbrannte Kerosin. Ihr Flughafen ist menschenverachtend und krankmachend !!!

Familie Wegner – Mahlow.
Fridolin Fischer  29-04-11 00:58:
Herr Schild hätte auch auf folgende Punkte hinweisen sollen:
1) Haupttriebfeder für den Standort Schönefeld war Herr Diepgen CDU, seinerzeit Regierender Bürgermeister.
2) Im Raumordnungsverfahren hielten alle Sachverständigen den Standort Schönefeld für absolut ungeeignet.
3) Den Flughafen als internationales Drehkreuz sollte man vergessen.
4) Die Wirtschaftlichkeit des Flughafenbetriebs bei zu erwartendem Nachtflugverbot ist auf Dauer mehr als fraglich.

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